Trackday in Dijon-Prenois – Lernen, Staunen und die Grenzen des Porsche entdecken
Am 16. Juni 2026 war ich mit Sportec auf dem Circuit Dijon-Prenois unterwegs. Ein Trackday, auf den ich mich schon im Vorfeld sehr gefreut hatte – und der am Ende einige besondere Momente bereithielt.
Dijon-Prenois ist eine schnelle und anspruchsvolle Rennstrecke. Lange Kurven, hohe Geschwindigkeiten und Passagen, bei denen man sehr deutlich merkt, wie wichtig die richtige Linie, der passende Bremspunkt und ein sauberer Übergang zurück aufs Gas sind.
Für mich geht es bei einem Trackday nicht primär um die schnellste Rundenzeit. Viel spannender ist es, das eigene Fahrzeug besser kennenzulernen und Schritt für Schritt zu verstehen, was das Auto kann – und wo die eigenen Grenzen liegen.
Lernen von Profis
Sportec hatte mit Marcel Fässler und Ethan Ischer zwei ausgesprochen interessante Instruktoren dabei.
Marcel Fässler braucht Motorsportfans kaum vorgestellt zu werden. Als dreifacher Sieger der legendären 24 Stunden von Le Mans verfügt er über enorme Erfahrung im internationalen Motorsport.
Auch Ethan Ischer hat trotz seines jungen Alters bereits einiges erreicht. Nach Erfolgen im Kartsport gewann er 2023 die zentraleuropäische Formel-4-Meisterschaft. Später wechselte er zu Sportec in den Porsche 911 GT3 Cup und gewann 2025 den Porsche Sports Cup Suisse. 2026 folgte der Schritt in den internationalen GT3-Sport.
Umso spannender war es für mich, Ethan einmal am Steuer meines eigenen Autos zu erleben.
Wenn ein Nachwuchsrennfahrer zeigt, was dein Porsche wirklich kann
Ethan übernahm für einige Runden das Steuer meines GTS, während ich auf dem Beifahrersitz Platz nahm.
Diese Runden waren für mich wahrscheinlich wertvoller als viele eigene zuvor.
Plötzlich erlebt man das eigene Fahrzeug aus einer völlig anderen Perspektive. Bremspunkte verschieben sich, Kurvengeschwindigkeiten fühlen sich plötzlich ganz anders an und man merkt sehr schnell, wie viele Reserven ein Porsche noch besitzt – selbst wenn man selbst bereits das Gefühl hatte, ziemlich flott unterwegs zu sein.
Beeindruckend war vor allem, wie ruhig, präzise und selbstverständlich Ethan den GTS bewegte. Konsequentes Bremsen, eine saubere Linie und kontrolliertes Herausbeschleunigen aus den Kurven.
Diese Runden haben mir geholfen, die Leistungsfähigkeit und die Grenzen meines GTS wesentlich besser zu verstehen.
Und dann gibt es noch die kuriose Seite der Geschichte:
Ethan besitzt keinen Führerschein.
Auf der Rennstrecke bewegt er Rennfahrzeuge auf höchstem Niveau – im normalen Strassenverkehr darf er dagegen nicht einfach ins Auto steigen und losfahren.
Es ist schon ein spezielles Gefühl, auf dem Beifahrersitz des eigenen Porsche zu sitzen und sich von einem jungen Rennfahrer ohne Führerschein zeigen zu lassen, was im eigenen Auto wirklich steckt.
Motorsport eben.
Nicht nur fahren, sondern auch beobachten
Zwischen den einzelnen Fahrblöcken nutzte ich die Pausen, um die Strecke einmal aus einer anderen Perspektive zu erleben.
Also: Kamera raus – und die anderen Teilnehmer filmen.
Gerade bei einem Trackday ist es spannend, die verschiedenen Fahrzeuge und Fahrstile von aussen zu beobachten. Und natürlich bietet eine Rennstrecke wie Dijon-Prenois auch einige hervorragende Möglichkeiten für Videoaufnahmen.
Dabei entstand unter anderem ein Video von Aline mit ihrem Porsche 911 GT3 RS, das ihr euch hier im Blog ansehen könnt.
Der Sound, die Geschwindigkeit und vor allem die Dynamik eines GT3 RS kommen von ausserhalb des Fahrzeugs nochmals ganz anders zur Geltung.
Was von Dijon bleibt
Am Ende eines solchen Tages sind es nicht unbedingt die schnellsten Runden, an die ich mich erinnere.
Es sind vielmehr die Momente, in denen man etwas Neues lernt.
Die Runden mit Ethan gehören für mich definitiv dazu. Zu erleben, was mit meinem eigenen GTS möglich ist, hat meinen Blick auf das Fahrzeug verändert. Nicht weil ich nun versuchen möchte, genauso zu fahren – sondern weil ich besser verstehe, welche Reserven das Auto besitzt und wie entscheidend der Fahrer letztlich ist.
Das eigene Auto besser kennenlernen, an der Fahrtechnik arbeiten und Motorsport gemeinsam mit anderen Enthusiasten erleben – genau das macht Trackdays für mich aus.
Und manchmal gehört eben auch dazu, sich von einem jungen Rennfahrer ohne Führerschein zeigen zu lassen, was im eigenen Porsche wirklich steckt.
Dijon-Prenois war definitiv nicht mein letzter Trackday.